Pool ohne Chlor: Welche Möglichkeiten gibt es?
- 24. Aug.
- 3 Min. Lesezeit
Viele Menschen wünschen sich einen Pool ohne Chlorgeruch, ohne brennende Augen und ohne das regelmässige Hantieren mit Wasserpflegemitteln. Bei der Suche begegnen einem Begriffe wie Salzwasserpool, Salzelektrolyse, Salzhydrolyse, Naturpool und Biopool. Sie klingen ähnlich, funktionieren aber nicht gleich. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen chemischer Desinfektion und biologischer Wasseraufbereitung.

Was bedeutet Pool ohne Chlor überhaupt?
Ein Pool ist nicht automatisch chlorfrei, nur weil kein Chlor von Hand in das Becken gegeben wird. Entscheidend ist, was bei der Wasseraufbereitung im Pool entsteht und wie Keime kontrolliert werden.
Bei einem Salzwasserpool wird dem Wasser Salz zugegeben. Eine Elektrolysezelle erzeugt daraus unter anderem wirksames Chlor, das das Wasser chemisch desinfiziert. Auch bei einer Salzhydrolyse entstehen durch elektrische Prozesse oxidierende und desinfizierende Stoffe. Je nach Anlage kann dabei ebenfalls Chlor entstehen. Beide Verfahren gehören deshalb zur chemischen Wasseraufbereitung und sind nicht biologisch.
Ein Biopool arbeitet dagegen ohne desinfizierende Chemikalien. Das Wasser wird über einen biologisch aktiven Filter geführt. Mikroorganismen besiedeln das Filtermaterial und bauen eingetragene Stoffe ab. Gleichzeitig werden Nährstoffe begrenzt, die Algen für ihr Wachstum benötigen.
Möglichkeit 1: Der klassische Chlorpool
Beim klassischen Pool wird das Wasser mit Chlor desinfiziert. Die Zugabe erfolgt entweder von Hand oder über eine automatische Dosieranlage. Diese Technik ist weit verbreitet und kann eine zuverlässige Desinfektion ermöglichen. Dafür müssen Wasserwerte wie pH-Wert und Desinfektionsleistung regelmässig kontrolliert werden. Wer empfindlich auf chloriertes Wasser reagiert oder möglichst naturbelassen baden möchte, sucht häufig nach einer Alternative.
Möglichkeit 2: Salzwasserpool, Salzelektrolyse und Salzhydrolyse
Ein Salzwasserpool fühlt sich oft angenehmer an und benötigt weniger manuelle Zugabe von Chlorprodukten. Trotzdem ist er kein biologischer Pool. Das Salz dient als Ausgangsstoff für eine chemische Desinfektion. Auch die Bezeichnung Salzhydrolyse darf nicht mit biologischer Reinigung verwechselt werden. Die Wasseraufbereitung erfolgt technisch und chemisch durch erzeugte Oxidationsmittel. Wer ausdrücklich in biologisch gereinigtem Wasser baden möchte, erhält mit einem Salzwasser- oder Hydrolysesystem daher nicht dasselbe Badeerlebnis wie in einem Biopool.
Möglichkeit 3: Biopool oder Naturpool
Ein Biopool sieht häufig wie ein moderner, klassischer Pool aus. Er kann geradlinig gestaltet und auch ohne sichtbare Wasserpflanzen gebaut werden. Der Unterschied liegt in der Wasseraufbereitung: Ein Biofilter reinigt das Wasser rein biologisch.
Ziel ist es von der Natur abzuschauen und ein sogenanntes Fliessgewässers nachzubilden, einfach gesagt wie ein Bachlauf. Das Wasser bewegt sich laufend durch einen kompakten Kiesfilter. Dort bildet sich ein natürlicher Biofilm aus Mikroorganismen. Das Filtermaterial muss nicht regelmässig ersetzt werden und ein jährlicher Wasserwechsel ist nicht notwendig.
Ein Naturpool kann zusätzlich mit einer dekorativen Pflanzen- oder Flachwasserzone gestaltet werden. Für die biologische Funktion eines technisch filtrierten Naturpools ist eine grosse Pflanzenzone jedoch nicht zwingend notwendig, sondern rein ein Gestaltungselement.
Welche Lösung passt zu wem?
Ein klassischer Chlorpool eignet sich für Personen, die eine bekannte chemische Desinfektion wünschen. Ein Salzwasser- oder Hydrolysepool kann interessant sein, wenn die chemische Wasserpflege stärker automatisiert werden soll. Ein Biopool passt zu Menschen, die bewusst in lebendigem, biologisch gereinigtem Wasser ohne desinfizierende Chemikalien baden möchten.
Neben der gewünschten Wasserqualität spielen auch Gartenfläche, Bauweise, Nutzung, Ausstattung und Budget eine Rolle. Deshalb sollte die Entscheidung nicht nur anhand eines einzelnen Begriffs getroffen werden.
Fazit
Chlorarm ist nicht dasselbe wie biologisch.
Salzwasser, Salzelektrolyse und Salzhydrolyse werden manchmal als natürliche Alternativen wahrgenommen. Fachlich bleiben sie jedoch chemische Aufbereitungsverfahren. Eine rein biologische Wasseraufbereitung erfolgt über natürliche Prozesse im Biofilter, ohne jeglicher desinfizierende Chemikalien.
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